Morgen

Morgen
Quelle Foto: Garen M.

 

Es ist Morgen.

Das Umfeld des Ländlichen schläft noch unter dem Mantel der Nacht. Es ist noch alles verschlafen. Es scheint so, als ob sich das Land nicht wecken möchte. Es ist feucht und kalt. Der Wind bringt die ersten Bewegungen der Blätter, die vor kurzem grün geworden sind. Die Atmosphäre ist wie von Nebel der letzten Regentage angehaucht. Eine verflossene Zeit von ein paar Tagen, vielleicht Wochen, die die Richtung eines schüchternen Frühlingsanfangs einschlagen möchte.

Guten Morgen, sage ich jetzt zu den Menschen, die sich von den Standards der Gesellschaft eingeengt fühlen. Dumme Regeln, die sie in einer Gesellschaft verfolgen müssen, voll von Ehrgeiz und innerer Unruhe. In unserem Streben nach Perfektion möchten wir in die Schablonen passen, welche von uns erfragt werden, so geschneidert, dass wir uns gemäss gewissen Standards verhalten, in dem Versuch perfekt zu sein. Wir forcieren uns den Weg des Erfolges einzuschlagen, indem wir von einer und der anderen Seite Applaus sammeln. Wir lassen jetzt den Neid von denen mit weniger Erfolgreichen unser weites Lächeln berühren. Und wir machen all das mit einer ein wenig zweifelhaften Seele, dass wir etwas falsch machen könnten, indem wir die Entspannung für kurze Zeit zum Ausdruck kommen lassen.

Es ist der Moment, wenn dir bewusst wird, dass es eigentlich viele Fehler in deinem Leben gibt. Über einige bist du vielleicht mit Leichtigkeit übergegangen. Andere haben dir aber viel Kopfzerbrechen bereitet, um sie zu lösen. Wenn du jetzt retrospektiv zurückschaust, könntest du mit ganzem Herzen sagen, dass dein Leben viel besser ohne sie gewesen wäre. Und das du über alle Fehler leichter übergehen könntest, wenn du mehr Erfahrung gehabt hättest. Sogar viel besser. Aber schlussendlich und rückschliessend geht es nur um Fehler. Und es geht um die Akzeptanz der Tatsache, dass du einen Fehler machen könntest. Und über das Selbstverständis, das du nicht perfekt bist und es niemals sein wirst. Und dir bewusst werden musst, dass du kein Leben ohne Fehler leben kannst. Ok, gut, einen Fehler nicht mehr zu wiederholen ist verständlich. Nicht mehr zu versuchen in einem anderen Fehler festzustecken, ist ebenfalls klar verständlich. Aber dir die Erlaubnis zu geben, Fehler zu machen, ist eine andere Geschichte. Weil du Mensch bist.

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