Fehler und Scheitern sind Lebenslektionen

Lebenslektionen
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Machmal, aus Furcht keine Fehler zu machen, machen wir immer und immer wieder Fehler. Manchen Menschen ist nicht bewusst, was sie falsch machen und wiederholen diesen Fehler bis ins Unendliche. Sie wiederholen ihn immer und immer wieder und auch über die Jahre wissen sie nicht, was sie falsch gemacht haben. Aber was ist ein Fehler und warum stösst er uns Menschen auf Schritt und Tritt zu?

Die Furcht nicht in ein Fettnäpfchen zu treten und uns vor anderen nicht lächerlich zu machen, bringen uns zur Scham. Einige sind sich dessen bewusst andere nicht. Es kommt auf die Wahrnehmung des Einzelnen an, wie sehr ihn sein Fehler beschäftigt. Manchmal haben wir schlechte Tage und nur schlechte, in denen wir nichts Gutes von uns erwarten können.

Der finale Effekt grenzt sich ab, indem er von beachtlicher Distanz ins Leere fällt. Wir wünschen uns immer am Rand des Abgrunds festhalten zu können. Da die Wände dünn sind, bewegt sich das Terrain unter unseren Füssen. Es entfällt uns, ohne das wir es wollen und wirft uns in einen bewegten Sand.

Wir versuchen immer einen letzten Fehler zu reparieren, indem wir ihn mit einem Neuen ersetzen. Uns selbst gegenüber Fehler zu begehen hängt von unserer individuellen Toleranz ab. Wir beschimpfen uns selbst, wir bestrafen uns, wir rebellieren, wir leiden, aber werden wir uns wohl vergeben können? Werden wir uns auch weiterhin in unserem Universum tolerieren können, welchen wir aus seinem inneren Gleichgewicht „gebracht“ haben?

„Die Zeit löst alles“, so sagt ein altes Sprichwort. Aber haben wir noch Geduld mit unserer Zeit? Der Fehler uns gegenüber ist schwer zu verdauen und zu akzeptieren. Manchmal wünschen wir uns gut und nachsichtig mit uns zu sein, andere Male wendet sich alles gegen uns. Es ist wie ein Bumerang.

Aber wenn wir uns vergeben, wie können wir anderen gegenüber in ihren Fehlern tolerant sein? Oder wie begehen wir ihnen gegenüber Fehler, in dem Versuch sie zu verstehen. Verstehen wir sie? Und sie uns?

Wir versuchen oder nicht eine Beziehung zwischen uns und den anderen aufzubauen, wir kämpfen auf zwei Barrikaden, jeder mit seinem Rüstzeug. Unabhängig davon auf welcher Seite der Barrikade wir uns befinden, man „muss“ mehr oder weniger akzeptieren, dass eigentlich jeder (aus seiner Perspektive) Recht hatte. Wir geben einander Recht, aber dort irgendwo in der Seele  verbleibt etwas, das wieder zurückfällt.

Wenn die Situation nicht akzeptiert und verstanden wurde, ist sie gleich einer offenen Wunde, die niemals verheilt. Wir versuchen sie mit unseren eigenen Heilmitteln zu behandeln in unserem Inneren. Alles passiert dort, verschlossen, und aus diesem Grund kann man nicht einfach darauf zurückgreifen. In dem Labyrinth der Empfindungen und entwickelten Situationen mit einem verrückten Ablauf, gestehen wir uns oder nicht ein Schritt auf „etwas“, was wir selbst nicht kennen, wir explorieren. Wir alle sind sehr achtsam und sensibel mit unserer Intimität. Wir tolerieren nicht unsere „Toleranz“ auf einem Tablett zu präsentieren.

Aber wenn wir unsere eigenen Fehler und die anderer zusammen leben, auf einem Haufen, wie ist es nun mit dem Scheitern? Es ist das Höchste eines Fehlers und aus diesem Grund kann es individuell oder gemeinsam gelebt werden. Wenn wir Fehler akzeptieren oder nicht, mit dem Scheitern ist die Angelegenheit delikater. Es kann nicht mehr „geflickt“ oder „repariert“ werden. Man nimmt es als ein Ganzes auf sich, man akzeptiert es, ohne noch etwas tun zu können. Wir gehorchen wie Kinder und warten, dass es vorbeigeht.

Das Scheitern vergeht nicht, es vernarbt nicht, es kann weder repariert werden noch mit einem anderen ersetzt werden. Es ist wie eine gerichtliche Entscheidung, die nicht mehr angefochten werden kann.

Und wenn es so ist, ist es einfach es als Lektionen zu bezeichnen. Ob du etwas daraus lernst oder nicht, es ist Teil des Lebens. Es ist gemeinsamer Körper mit dir. Es hängt von dir und den anderen ab. Aber alles, was uns in der Macht steht, ist tolerant zu sein mit uns selbst und den anderen. Aber das hängt nur von uns selbst ab.

 

 

 

2 Kommentare


  1. // Antworten

    Ein Fehler zu erkennen und verurteilen ist einfach, aber die Gründe zu verstehen und akzeptieren das ist viel schwieriger.


    1. // Antworten

      Aus diesem Grund versuche nicht Menschen nach ihren äusseren Fehlern zu verurteilen, bis du nicht nachvollzogen hast, aus welchem Grund sie diese begangen haben.

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